Mary McCarthy ist derzeit eine der bekanntesten Persönlichkeiten der britischen Laufszene. Doch die Marathonläuferin mit einer Bestzeit von 2:50 und Content-Erstellerin hinter „Beat the Boys“ ist nicht aus dem Nichts aufgetaucht – sie hat fast zwei Jahrzehnte lang still und leise an ihrer Karriere gearbeitet.
In der aktuellen Folge des „The Runna Podcast“ blicken Ben und Anya hinter die Kulissen und in die Vergangenheit, um zu verstehen, welche Triebkraft, welche Einstellung und welches Selbstvertrauen sie bis hierher gebracht haben – und wohin ihr Weg als Nächstes führt.
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Die 19-jährige Basis, über die niemand spricht
Bevor es virale Videos und Marathonzeiten gab, gab es in Sheffield ein Mädchen, das zweimal täglich schwamm, samstags an Crosslauf-Wettkämpfen teilnahm und an Wochenenden morgens Meilen lief – ganz allein, ohne Kopfhörer, einfach nur aus Liebe zum Sport.
Marys sportliche Laufbahn begann im Alter von acht Jahren. Leistungsschwimmen, Crosslauf-Meisterschaften in Yorkshire, Leichtathletik an der Universität – all das entstand schon lange bevor auch nur eine einzige Person online zuschaute.
Deshalb hat sie beim Marathon so schnelle Fortschritte gemacht, und genau darüber denkt sie nach, wenn sie gefragt wird, wie sie sich so schnell verbessern konnte: das frühe Aufstehen, die Ernährung, die Beständigkeit – all das kommt in einem TikTok-Video nicht wirklich zum Ausdruck.
Diese Folge bietet die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Zuerst das Training, dann der Inhalt. Immer.
Eine der deutlichsten Aussagen, die Mary in diesem Gespräch macht, betrifft ihre Sicht auf den Zusammenhang zwischen ihrer Kandidatur und ihrem Wahlprogramm. Das Training steht immer an erster Stelle. Der Inhalt steht immer an zweiter Stelle.
Sie geht nicht raus, um ein Video zu drehen. Sie geht zum Training, und der Inhalt ist das Nebenprodukt. Diese Unterscheidung, so sagt sie, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass es funktioniert hat. Wenn Leistung an erster Stelle steht, ergibt sich alles andere von selbst.
Das ist ein nützlicher Ansatz für jeden Läufer, der langsam das Gefühl bekommt, dass sein Laufen einem anderen Zweck dienen soll – sei es den sozialen Medien, einer bestimmten Zeit oder einem Ziel, das jemand anderes als er selbst festgelegt hat.
Was „Beat the Boys“ eigentlich bedeutet
Es begann als kleiner Spaß, fand aber eine Resonanz, mit der Mary nicht ganz gerechnet hatte.
In dieser Folge spricht sie darüber, woher die Idee stammt, für wen sie eigentlich gedacht ist und warum sie weit über das Laufen hinausgeht. Die Frauen, die ihr schreiben, sind nicht immer Läuferinnen. Manche von ihnen mussten einfach jemanden sehen, der zu sich selbst stand – still und beständig, ohne eine große Sache daraus zu machen.
Das ist der rote Faden, der sich durch alles zieht, worüber sie spricht: sich auf das eigene Leben konzentrieren, sich an seinem eigenen Weg messen und die Arbeit erledigen, ohne dass man dafür die Bestätigung von außen braucht, um ihr Bedeutung zu verleihen.
„Wegen dir habe ich mit dem Laufen angefangen“
Mary weiß ganz genau, was ihr am wichtigsten ist. Nicht die Zeiten, nicht das, was danach kommt – es ist der Moment, in dem sie jemanden trifft, der ihr erzählt, dass er wegen ihr mit dem Laufen angefangen hat.
Sie erzählt von einem Samstagabend in einer Kneipe, einige Wochen nach dem Lauf, als Frauen auf sie zukamen und ihr sagten, sie sei der Grund, warum sie laufen. Dieses Gefühl, jemanden vom Sofa an die Startlinie gebracht zu haben, bezeichnet sie als das eigentliche Ziel.
Genau das macht diese Folge auch so empfehlenswert für alle, die darüber nachdenken, etwas Neues anzufangen, wieder damit anzufangen oder sich endlich für etwas anzumelden, das sie bisher immer aufgeschoben haben.
Wir stehen noch ganz am Anfang
Obwohl Mary erst seit zwei Jahren Marathon läuft, hat sie bereits eine Zeit von 2:50 erreicht, und sie spricht ganz offen darüber, welches Ziel sie anstrebt.
Das Ziel ist es nicht, die schnellste Frau des Landes zu sein. Sie will herausfinden, wie schnell sie nach ihren eigenen Vorstellungen und in ihrem eigenen Tempo vorankommen kann. Sie erzählt, wie das in der Praxis aussieht: einen Trainingsblock, bei dem alles – Essen, Schlafen, Erholung – auf ein einziges Ziel ausgerichtet ist, und die stille Zufriedenheit, die man empfindet, wenn man bestens vorbereitet an der Startlinie steht.
Sie fängt gerade erst an.


