In dieser Folge des The Runna Podcast setzen sich Ben und Anya mit Scottee zusammen – Performancekünstler, Yoga-Lehrer und Urheber hinter @scotteeisfat – nur einen Tag nachdem er seinen ersten Halbmarathon beim Cambridge Half abgeschlossen hat.
Bei diesem Gespräch geht es um etwas, das weit über den Wettkampftag hinausgeht. Es geht um Sichtbarkeit, Angst, psychische Gesundheit und den Moment, in dem du erkennst, dass Laufen vielleicht wirklich etwas für dich sein könnte.
Laufen für den Verstand, nicht für die Geschwindigkeit
Ein weiteres Thema, das sich durch das Gespräch zieht, ist Scottees Verhältnis zum Laufen und zur psychischen Gesundheit. Nachdem er vor einigen Jahren eine schwere psychische Krise durchgemacht hatte, begann er nach Werkzeugen zu suchen, die ihm helfen könnten, Stabilität in seinem Leben wiederzufinden. Yoga war eine davon. Laufen wurde zu einer anderen.
Aber anders als in vielen Laufgeschichten jagt Scottee nicht dem mythischen „Runner's High" hinterher.
Stattdessen spricht er über etwas viel Einfacheres: Laufen als Mittel, um den Verstand zu bewahren.
Manche Läufe fühlen sich großartig an, manche fühlen sich unangenehm an, manche fühlen sich von Anfang bis Ende schwer an – aber jeder Lauf zählt.
Wie Scottee es ausdrückt, ist selbst ein schwieriger Lauf ein Moment, in dem er das Gefühl hat, „ein bisschen mehr Vernunft getankt" zu haben. Diese Perspektive verlagert den Zweck des Laufens weg von Tempo und Leistung – hin zu etwas viel Nachhaltigerem.
Die Angst davor, in der Öffentlichkeit zu laufen
Der Einstieg ins Laufen war für Scottee nicht nur körperlich schwierig, sondern auch emotional. Er spricht offen über die Angst, in der Öffentlichkeit zu laufen, besonders als jemand, der sich beim Sport übermäßig beobachtet fühlte. Wenn du das Gefühl hast, aufzufallen, kann es sich schon einschüchternd anfühlen, nur für einen Lauf vor die Tür zu gehen. Seine Lösung war, klein anzufangen.
Die Realität eines ersten Halbmarathons
Den Tag vor der Aufnahme dieser Episode absolvierte Scottee den Cambridge Half.
Bis dahin war er meistens alleine gelaufen. Rennen wirkten einschüchternd: zu viele Menschen, zu viel Lärm, zu viele unbekannte Regeln. Das Erscheinen am Wettkampfmorgen bestätigte einige dieser Befürchtungen. Zeitweise fühlte es sich chaotisch und überwältigend an.
Aber irgendwo in den späteren Phasen des Rennens, als die Erschöpfung langsam einsetzte, geschah etwas Unerwartetes.
Eine Mitläuferin erkannte Scottee, stellte sich ihm mitten im Rennen vor und ermutigte ihn weiterzumachen, als er aufhören wollte. Manchmal reicht ein kleiner Moment wie dieser aus, um die Energie eines Rennens zu verändern.
Als Scottee die Ziellinie überquerte, überwältigten ihn die Gefühle.
Die Erschöpfung. Die Erleichterung. Das seltsame Hochgefühl, das entsteht, wenn man stundenlang einer Ziellinie hinterherjagt und sie schließlich erreicht.
Kann Laufen inklusiver werden?
Gegen Ende des Gesprächs stellt Scottee eine größere Frage über die Laufwelt selbst. Wir sagen oft, dass „Laufen für alle ist."
Aber ist es immer so konzipiert? Aus Gesprächen mit seiner Online-Community – zu der Hunderttausende von Followern gehören – spricht Scottee über Hindernisse, mit denen viele Läufer:innen noch immer konfrontiert sind. Manche sind praktischer Natur, wie zum Beispiel die Kosten. Andere sind umweltbedingt, wie der überwältigende Lärm und die Menschenmassen bei großen Rennveranstaltungen.
Kleine Veränderungen, so sein Vorschlag, könnten einen großen Unterschied machen.
Diese Folge ist für alle, die sich beim Laufen jemals fehl am Platz gefühlt haben.
Du musst nicht für einen Marathon trainieren, um mit diesem Gespräch etwas anfangen zu können.
Diese Folge ist für:
Menschen, die sich unsicher fühlen, wenn es darum geht, mit dem Laufen anzufangen
Läufer, die nach einer Pause ihr Selbstvertrauen wieder aufbauen
Alle, die neugierig auf die mentale Seite der Bewegung sind
Menschen, die sich nie wirklich mit dem typischen Bild eines Läufers identifizieren konnten
