Mike Wardian ist nicht als Läufer aufgewachsen. Er spielte Lacrosse in der Division I an der Michigan State University, hatte keinerlei Marathon-Erfahrung und begann erst mit dem Laufen, um fit zu bleiben, als er im dritten Studienjahr aus dem Team ausschied.
Achtundzwanzig Jahre später ist er dreifacher Gewinner der World Marathon Challenge, mehrfacher Weltrekordhalter und Teilnehmer an den olympischen Ausscheidungswettkämpfen – und steht immer noch um 4:45 Uhr morgens auf, um zu trainieren, bevor er sich auf den Weg zu seinem Vollzeitjob als internationaler Schiffsmakler macht.
In der aktuellen Folge des „The Runna Podcast“ erklärt Mike gemeinsam mit Kayla genau, wie er das macht – und was jeder Läufer aus drei Jahrzehnten konsequenter, freudvoller und nachhaltiger Wettkampferfahrung lernen kann.
Was die World Marathon Challenge eigentlich beinhaltet
Sieben Marathons. Sieben Kontinente. Sieben Tage. Mike hat die World Marathon Challenge dreimal gewonnen – 2017, 2019 und 2026. Doch in diesem Jahr ging er noch einen Schritt weiter: Er nahm auch in der 50-km-Kategorie teil, lief neben dem Marathon auf jedem Kontinent einen 50-km-Lauf und brach den Weltrekord für sieben 50-km-Läufe auf sieben Kontinenten in sieben Tagen um drei Stunden und 43 Minuten.
In dieser Folge schildert Mike, wie die Woche tatsächlich aussieht: die 14-stündigen Flüge zwischen den Kontinenten, das Laufen bei minus 31 °F in der Antarktis, gefolgt von 107 °F in Perth, die überfluteten Straßen in Brasilien und schließlich das Ziel auf heimischem Boden in Miami. Schon allein die Logistik ist außergewöhnlich. Und die Rennen, die dort stattfinden, sind noch mal eine ganz andere Sache.
„Sobald es losgeht, habe ich einfach das Gefühl, dass ich genau dafür geschaffen bin. Bei solchen Herausforderungen fühle ich mich wohl... „Ich kann mich einfach voll und ganz darauf konzentrieren, über lange Zeiträume hinweg gute Entscheidungen zu treffen und mich bis an meine Grenzen zu treiben.“
Ultramarathon-Training neben Vollzeitjob und Familie
Mikes Tagesablauf beginnt um 4:45 Uhr morgens – noch bevor seine Kinder aufstehen, noch bevor die E-Mails eintreffen, noch bevor die Welt irgendetwas von ihm verlangt. Darauf aufbauend gestaltet er sein Training so, dass es sich mit seinem Beruf als Schiffsmakler, seinen Aufgaben als Hundeläufer (ja, wirklich), Krafttraining an fünf Tagen in der Woche und zwei Trainingseinheiten mit seinem Personal Trainer vereinbaren lässt. Das ist nicht einfach. Aber nach fast 30 Jahren ist es für mich ganz selbstverständlich geworden.
In dieser Folge geht es um Folgendes:
Warum 4:45 Uhr morgens die wichtigste Entscheidung ist, die er jeden Tag trifft
Wie er sein Ultramarathon-Training gestaltet, ohne dabei alles andere zu vernachlässigen
Die Rolle, die Krafttraining und Cross-Training dabei spielen, dass er mit 52 Jahren verletzungsfrei bleibt
Warum er bei seinem diesjährigen Geburtstagslauf 175 Meilen zu jedem MedStar-Krankenhaus im Großraum Washington, D.C. zurückgelegt hat
Die „Depletion Mile“: Sein unkonventionelles Geheimnis zur Regeneration
Am Tag nach einem 100-Meilen-Lauf können die meisten Läufer kaum noch laufen. Mike Wardian läuft eine Meile mit vollem Einsatz.
Er nennt es die „Deplétion-Meile“: eine Vollgas-Einheit am Morgen nach einem großen Ultra-Lauf, von der er glaubt, dass sie den eigentlichen Erholungsprozess in Gang bringt. Was als seine ganz persönliche Initiative begann, hat sich beim Hardrock 100 zu einer Tradition entwickelt: Mittlerweile schließen sich ihm am Tag nach dem Rennen fast 70 Läufer auf einer Höhe von 9.300 Fuß an.
Das klingt widersprüchlich. Seine Erklärung, warum das funktioniert, ist hörenswert.
Hören Sie sich die gesamte Folge an, um mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe – und die Geschichte dahinter – zu erfahren.
Langlebigkeit mit 52
Mike Wardian hat nicht vor, damit aufzuhören. Mit 52 Jahren tritt er immer noch auf Weltrekordniveau an, betreut weiterhin Paralympics-Athleten, verdient seinen Lebensunterhalt nach wie vor als Hundetrainer und hat immer noch mehr Spaß an diesem Sport als fast jeder andere.
Sein Geheimnis ist kein kompliziertes Periodisierungsmodell. Es ist ganz einfach: Hab Spaß dabei, bleib konsequent, setze deine Talente ein, um Gutes zu tun, und lass das Laufen niemals zur lästigen Pflicht werden.
Diese Folge richtet sich an alle, die weiter laufen, länger durchhalten und dabei immer Spaß daran haben wollen.
